Eine fotografische Dokumentation zwischen Königsbrunn und Epfach

Geschichte und Bedeutung der Via Claudia Augusta

Obwohl die „Via Claudia Augusta“ eine typische Römerstraße ist, geht ihr Ursprung auf die Kelten zurück, die im Alpenvorland schon ansässig waren, bevor Rom seine Expansionspolitik begann.[1]Man kann davon ausgehen, daß die Römer die Verbindungswege der Kelten bei ihren Eroberungsfeldzügen im Alpenvorland zur Fortbewegung benutzten und zum Teil auch ausbauten. Nero Claudius Drusus machte 15/16 v. Chr. die spätere „Via Claudia Augusta“ für das steigende Verkehrsauf-kommen passierbar. Sein Sohn Claudius baute die Straße in den Jahren 41-54 n. Chr. nicht nur zu militärischen Zwecken sondern auch als Handelsstraße aus. Er gab ihr den Namen "Via Claudia Augusta" nach seinem Vater.

Bis 400 n.Chr. war die Via Claudia aus drei Gründen eine sehr wichtige Verbindung zwischen Italien und Rätien:
 
  1. Sie war strategisch wichtig zur Erschließung der Provinz Rätien. Die Truppenbewegung und -versorgung konnte auf der "Via Claudia" schnell und problemlos abgewickelt werden. 
  2. Der Handel begann vor allem durch die Verbindung über die "Via Claudia" zur Hafenstadt "Altinum" (heute: Altino bei Venedig) zu blühen. Die Stadt "Augusta Vindelicum" , das heutige Augsburg, erlebte damals einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Augsburg wurde so mit der Zeit ein Knotenpunkt wichtiger Fernstraßen.
  3. Außerdem sollte die Via Claudia die Provinz Rätien näher an das Mutterland Italien binden
 
Ein letztes Mal kam der „Via Claudia“ besondere Bedeutung zu, als im 3. Jahrhundert der rätische „limes“ an der Donau fiel und die römischen Truppen an der Front nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln aus dem engeren Umkreis versorgt werden konnten.[2]So mußten die Truppen über die Alpenpässe von Italien aus versorgt werden. Nach dem Untergang des römischen Imperiums ging es mit der Bedeutung der Via Claudia bergab. Jedoch nicht nur, weil der Fortschritt sie verdrängt hätte, sondern vor allem durch die sich ändernden machtpolitischen Verhältnisse. Die Welfen und die Wittelsbacher zum Beispiel gründeten neue Orte ( z.B.: Landsberg, Schongau) . Diese Ortsgründungen führten zu regional ausgerichteten Verbindungen und drängten die überregionalen Verbindungen, wie die Via Claudia in den Hintergrund, da der Fernhandel nun über diese neu gegründeten Orte führte.[3]
Heute hat die Via Claudia keine erwähnenswerte Bedeutung mehr. Sie dient nur noch abschnittsweise als Feldweg oder Kreisstraße. Bei einer ursprünglichen Gesamtlänge der Via Claudia von 517,3 km von "Altinum" (Altino;Italien) bis "Summuntorum" (Burghöfe bei Donauwörth) ist das längste, heute noch befahrbare Stück der "Via Claudia" in Deutschland 7 km lang zwischen Königsbrunn/Neuhaus und Untermeitingen.

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[1] Volkmann, S.2
[2] Czysz, Krahe, S.4
[3] Volkmann, S.6

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