Eine fotografische Dokumentation zwischen Königsbrunn und Epfach

Römische Raststätten und Herbergen

Besonders bei der Plazierung der Raststationen und Herbergen kann man erkennen, wie gut die Einrichtung des Verkehrsnetzes auf die Bedürf-nisse der Reisenden abgestimmt war. Die Raststationen und Herbergen, die an jeder Fernstraße vorhanden waren, waren die wichtigsten Anlauf-stellen für die Reisenden. Hier mußten Kurierpferde ausgewechselt werden und Wagen repariert werden, außerdem mußten die Reisenden versorgt und Schlafmöglichkeiten angeboten werden.

Es gab sogenannte „mansiones“ bzw. „stationes“, “mutationes“, und „hospitia“.

Die „mansiones“ oder „stationes“ waren sehr gut ausgestattete Gast-häuser mit Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, Stallungen und Versorgungslagern.<b6 35>Hier wurden die Pferde gewechselt. Der Unterschied zwischen den „mansiones“ und „stationes“ ist nur der, daß die „mansiones“ ursprünglich zur Versorgung einer kaiserlichen Reise-gesellschaft eingerichtet wurden, und die „stationes“ eigentlich die Dienstgebäude der Straßenpolizei waren. In der Praxis gab es zwischen den beiden jedoch keinen Unterschied.[1]



Wir können uns diese gut ausgestatteten Gasthäuser jedoch nicht wie unsere heutigen vorstellen. Man könnte sie mit den "karavansereien" vergleichen, die uns im Orient erhalten sind.[2]

Die festungsartigen Gebäude sahen in etwa folgendermaßen aus:
 
Bild Karavanserei (Bild noch in urheberrechtlicher Prüfung)
 
Die zweigeschößigen festungsartigen Gebäude waren bis zu 50 m lang. Es gab einen Stall, eine Werkstatt, Aufenthaltsräume, eine Küche und Schlafräume. Die Schlafräume waren im Obergeschoß. Zutritt bekam man durch ein kleines Tor. „Als Personal fungierte der Chef, ein Dutzend Pferdeknechte, ein Tierarzt, zwei Polizisten und zwei Stall-macher. Für den Gastbetrieb sorgten neben der Wirtin weitere Knechte und Mägde.“[3]
Diese „mansiones “ befanden sich im Abstand von ca.40 - 55 km entlang der Strecke, also ca. der Länge einer durchschnittlichen Tagesreise.[4]

„Zwischen zwei "mansiones" befanden sich ein bis zwei sehr einfache Rasthäuser (mutatio).“ Dort bekam man einen Imbis, konnte die Pferde wechseln und manchmal gab es auch ein Bett.

 An besonderen Stellen wie Flußübergängen oder Paßstraßen gab es noch die sogenannten „hospities“. Sie boten auch für längere Zeit Unterkunft, wenn das Passieren des besonderen Streckenabschnittes nicht möglich war.[5]
Ansonsten war die erlaubte Aufenthaltsdauer in den an der Straße gelegenen Unterkünften auf maximal 3 Tage begrenzt.

„Im archäologischen Befund sind all diese Plätze allerdings nur selten nachzuweisen, weil der Bautypus ... nur bei vollständig ausgegrabenem Grundriß sicher erkannt werden kann.
In vielen Fällen wird eine „Villa rustika“ nahe der Straße den Service einer Raststätte übernommen haben.“(5, ?)
Die Reisenden hatten also immer ein Ziel, das sie ansteuern konnten, das nächste Rasthaus. Und die Abstände zwischen den Rasthäusern waren so gewählt, daß man nach circa einem Tagesmarsch an einem großen Gasthaus ankam, und sich untertags 1 - 2 mal in einem kleinen Rasthaus stärken und ausruhen konnte.

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[1] Casson, S.215
[2] Volkmann, S.35 f
[3] Volkmann , S.36, Z.11
[4] Casson, S.215
[5] Volkmann, Vortrag über die Via Claudia zwiachen Donauwörth und Altinum

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