Eine fotografische Dokumentation zwischen Königsbrunn und Epfach

Römischer Strassenbau

Die wichtigste Vorraussetzung dafür, daß eine Straße gut befahrbar und haltbar war, war die richtige Bettung der Straße.[1]In sumpfigem Gelände bestand die Gefahr, daß die Straße absackte. Die römischen Straßenbauer ließen deshalb nach gründlicher Untersuchung der Bodenbeschaffenheit bis zu 110 cm Erd- reich ausheben um eine solide Bettung der Straßen bestehend aus mehreren Gesteins-schichten herzustellen. War der Morast jedoch noch tiefer, ließen sie Pfähle in den Boden rammen und von Zimmerern eine Straße aus Holz zimmern.

Für gewöhnlich waren die Straßen ebenmäßig.

Ein sehr typisches Merkmal der Römerstraße im Alpenvorland, an dem man auch heute noch ihren Verlauf verfolgen kann, ist die Dammschüttung. Die Römer schütteten vor allem in Gebieten, in denen man im Winter mit heftigen Schneefällen zu rechnen hatte z.T. über 10m breite Dämme aus Schotter für die Fahrbahn auf.[2] Das Material hierfür entnahmen sie dem Boden links und rechts des Dämme. Dadurch entstanden zu beiden Seiten der Straßen meter-große Materialgruben. Aus diesen Gruben wurde dann außerdem das Material zur Ausbesserung der Straßendecke entnommen.



Die Dammanlage hatte 3 Vorteile:

  1. Die Straße war trotz einer hohen Schneeschicht noch gut zu erkennen.Dies zum einen durch den deutlichen Höhenunter- schied, zum anderen deshalb, weil auf dem Damm kaum Schnee liegen bleiben konnte. Herangewehter Schnee fing sich an der Schräge des Dammes und der Schnee, der auf den Damm schneite, schmolz eher durch die Wärme, die das Microklima abgibt, das sich in den luftspeichernden Gesteinsschichten des Dammes bildet.[3]
  2. Auch das geschmolzene Wasser oder Regen konnte sich so nicht auf der Straße sammeln. Die Straßendecke war gewölbt, so daß Regen zur Seite hin in die Regenrinnen ablaufen konnte und nicht im Damm versickerte, was seine Abschwemmung zur Folge   gehabt hätte.
  3. Diese Faktoren sorgten auch dafür, daß die Straße nicht mit der Zeit durch Eis und einsickerndes Schmelzwasser gesprengt oder abgetragen wurde.
Durch diese ausgefeilte Technik des Straßenbaus wurde ein zügiges voran-kommen bei jedem Wetter garantiert.
An der Art der Straßendecke konnte man die Wichtigkeit der Straße erkennen.[4] Man unterschied die „via silice strata“, die Straßen mit einer Pflasterung, und die „via glarea strata“, die Straßen mit einfacher Sandstreuung als Straßendecke.
Die Pflasterung der Straßen außerhalb der Städte fand man hauptsächlich im italienischen Mutterland. Es wurden im Durch-messer ca. 50 cm große Platten von 20 cm Tiefe aus Basalt, Granit oder Porphyr verwendet.

In den Provinzen, wo der Verkehr geringer war, bestand die Straßendecke aus einer einfachen Sandstreuung.
Die Breite der Straße war an den Verkehr angepasst. In den Provinzen waren die Straßen meist gerade so breit, daß ein Wagen Platz hatte. Es gab Ausweichstellen falls Gegenverkehr kam. In Italien waren die wichtigen Verbindungsstraßen manchmal sogar für 3 Wagen nebeneinander ausgelegt und man hatte auch neben der Fahrbahn extra Fußwege angelegt. Die meisten nach Rom hineinführenden Straßen waren manchmal sogar doppelt so breit.
 
 Bild Querschnitt(noch in urheberrechtlicher Klärung)
 
 
In steinigem, unwegsamen Gelände verfuhr man anders mit dem Bau der Straßen. Auf solchen meist steilen oder gefährlichen Strecken-abschnitten, meißelte man Fahrrinnen in den Untergrund.[5] Diese Spurrillen waren so genormt, daß sie genau den Radabstand der römischen Wagen hatten. Dieser war 1.20 m breit.[6]
Zwischen den Spurrillen waren an steilen Stellen auch Stufen in den Fels gemeißelt, die Tier und Mensch besseren halt boten.
Zwischen diesen Spurrillen waren an steilen Stellen meist Stufen in den Boden gemeißelt, die Tier und Mensch besseren Halt gaben. Die Spurrillen und die Stufen sind auf dem folgenden Bild gut zu erkennen.

Bild Spurrillen(noch in urheberrechtlicher Klärung)

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[1] Casson, S.198 f
[2] Casson, S.196
[3] Volkmann, Diavortrag über die Via Claudia zwischen Donauwörth und Altinum
[4] Casson, S.197 f
[5] Casson, S 199
[6] Volkmann, Vortrag über die Via Claudia zwischen Donauwörth und Altinum

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